Am 13.06.2026 galt es vor der großen Sommerpause noch die „Rhein–Sieg“ der MIG7 (Motorsport-Interessen-Gemeinschaft Siebengebirge e.V.) unter der Leitung von Andy Witkowski und Rolf Derscheid unter die Räder zu nehmen.
Im Vorfeld hatte Derscheid optimistisch verkündet: „Wir denken, dass wir neben der entspannten Startzeit auch keinen Regen zu erwarten haben, da nach dem letzten Wochenende nichts mehr da sein kann.“ Und er sollte zumindest teilweise recht behalten! Regen hatte die Eifel bis zum Freitag vor der Veranstaltung zwar noch reichlich parat, doch pünktlich zum Renntag präsentierte sich die Grüne Hölle von ihrer allerbesten Seite. Ob Rolf bzw. die MIG7 dafür zusätzlich in die geheime Anti-Regenkasse des Nürburgrings einzahlen mussten, ist nicht überliefert. 😉
🕒 Ein echter Vorteil: Entspannter Zeitplan
Ein echtes Alleinstellungsmerkmal dieser Veranstaltung: An diesem Samstag fand ausschließlich ein Lauf zur RCN-GLP statt – die Teilnehmer der RCN-Leistungsprüfung durften zu Hause bleiben. Angenehmer Nebeneffekt war die äußerst kulante Startzeit von 13:20 Uhr. So konnten alle Teams ausgeschlafen, entspannt und bestens gelaunt an den Start gehen.
Mit einer kleinen Verspätung von rund 30 Minuten (Grund waren Sonderläufe von Markenclubs im Rahmen der Nürburgring Classics) konnte Rennleiter Jürgen Seidel schließlich 121 Starter auf die Reise schicken. Eine stolze Zahl, mit der man durchaus zufrieden sein konnte. Diese starke Resonanz verdankte die MIG7 vor allem einer Reihe hochkarätiger Gaststarter.
Ebenfalls positiv: Von den 121 gestarteten Teams wurden am Ende stolze 97 in Wertung verbucht. Der Rennleiter musste leider bei vier Teams eingreifen, die die Mindestrundenzeit unterschritten hatten und folglich aus der Wertung genommen werden mussten.
Bitterer Beigeschmack mit glücklichem Ausgang: Unter normalen Umständen wären weitere 10 Teams nicht gewertet worden. Der Grund? Die Maximalzeit für die beiden Tankrunden 6 + 7 wurde überschritten.
Da jedoch alle betroffenen Teams glaubhaft nachweisen konnten, dass der Zeitverlust durch einen massiven Rückstau an den Zapfsäulen entstand, gab es eine faire Lösung: Die Teams traf hier absolut keine Schuld. Rennleiter Seidel reagierte prompt und sportlich fair, indem er die 45-Minuten-Maximalzeit für diese Runden kurzerhand neutralisierte.
Eine starke Entscheidung der Rennleitung – somit kamen am Ende alle betroffenen Teams doch noch in die Wertung! Leider Verzögerte sich durch diese Prozedur die Siegerehrung um weitere 30 Minuten




🚗 Gaststarter-Alarm aus dem Historic Rallye Cup (HRC)
Ein echtes Highlight war der Besuch von fünf Startern aus dem HRC (Historic Rallye Cup), die mit ihren top vorbereiteten Fahrzeugen den Asphalt der Nordschleife unter die Räder nahmen. Der HRC – eine Sollzeit-Rallye, die üblicherweise im Rahmen moderner Rallyes ausgetragen wird – ist eine Heimat für historische Rallyeklassiker und originalgetreue Replikate mit einem Mindestalter von 30 Jahren.
• Klassiker im Feld: Zu diesen Schmuckstücken gehörte der wunderschöne Porsche 911 von Walter Lenz und Ronny Hentschke, die das Ziel auf einem starken 84. Gesamtrang erreichten.
• Exoten-Riege: Als absoluter Exot präsentierte sich der Chrysler ES Turbo von Ralf-Alexander Kuchta und Severina Fritz (Platz 92 gesamt). Nur zwei Plätze dahinter (Rang 94) folgte der nächste Exot: ein Skoda S 120 mit der Besatzung Thomas Friedrich und Michael Henkel. Besonders schön zu beobachten: Die Gaststarter aus dem Rallyecup zogen gerade in der ersten Hälfte der Veranstaltung fast wie im Formationsflug über Start und Ziel!
• Premieren-Glück: „Ich fahre das erste Mal auf der Nordschleife“, verriet Ralf Schoemann noch in der Startaufstellung. Er teilte sich das Cockpit eines Volvo 142 S mit Co-Pilot Ralf Messer. Im Interview berichteten die beiden, dass der Einsatz extrem spontan zustande kam: „Bei uns am und im Auto klebt quasi noch der Schmutz der Ostalb-Rallye!“ Bei der Premiere sprang für das sympathische Duo ein toller 90. Gesamtrang heraus. „Die Nordschleife – das ist einfach der totale Wahnsinn!“, schwärmte ein sichtlich verschwitzter Schoemann in der Tankpause.
• Pech für den Escort: Das fünfte Team im Bunde sah leider nicht die Zielflagge. Der nicht nur optisch bildschöne, sondern auch akustisch brachial klingende Ford Escort MK 2 von Herbert Möller und Miriam Oeste musste den Wagen nach Runde 3 vorzeitig abstellen. Dem BDA-befeuerten Escort, der eigentlich für kurze Wertungsprüfungen konzipiert ist, wurde es auf der langen Nordschleife schlicht zu warm. „Wir reagieren hier immer sofort, um Material und Nerven zu schonen. Da muss man eine vernünftige Entscheidung treffen“, erklärte Miriam auf Nachfrage. „Trotz allem war es für uns ein tolles Erlebnis.“ Die sympathische Co-Pilotin aus Kaufungen schloss das Interview mit einem wunderbaren Statement ab: „Am Ende des Tages hat immer der gewonnen, der mit sich im Reinen ist, wenn er die Rennstrecke verlässt.“ ❤️
💥 Weitere Besucher aus dem historischen Motorsport
Mit von der Partie war auch das Team „Romeo–Racing“ rund um Markus Niestrath. Eigentlich ist die Truppe für ihre historischen Alfa Romeos bekannt, doch Teamchef Markus trat diesmal gemeinsam mit Cathrin Gronen auf einem brachial klingenden Mercedes 190E an. Das Duo beendete den Lauf auf einem hervorragenden 65. Platz im Gesamtklassement. Für Markus war es ohnehin nur das Warm-up: Am Abend ging es für ihn standesgemäß im Alfa beim Nachtrennen der Nürburgring Classics zur Sache.
Noch eine Schippe drauflegen konnte der Junior: Samuel Niestrath teilte sich das Auto mit Christian Dannesberger. Das BMW 325i-Team brachte den Boliden auf einem starken 59. Gesamtrang ins Ziel.




🏆 Bei den Experts wurden die Würfel ordentlich durchgeschüttelt!
• Knapp am Podium vorbei: Auf dem undankbaren 5. Platz (und damit haarscharf an den Pokalrängen vorbei) landeten Andreas und Mira Lux. Ein Trostpflaster gab es bei der Siegerehrung: Mira durfte den Pokal für die beste Beifahrerin in der Youngster-Wertung mit nach Hause nehmen!
• Wimpernschlag-Duell um Platz 4: Obwohl sie die identische Strafpunktzahl wie das Team Lux aufwiesen, sicherten sich Sebastian Göddertz und Jessica Suitter auf ihrem Renault Twingo dank der besseren ersten Bestätigungsrunde Platz 4 – und holten damit den ersten der begehrten Expert-Pokale.
• Das Podium: Auf Rang 3 landeten die Gesamtsieger der GLP 2 und 3, Falk und Monika Mellentin. Das erfolgsverwöhnte Duo strauchelte für seine Verhältnisse zwar leicht, nahm aber dennoch wichtige Zähler für die Meisterschaft mit.
• Auf der Jagd nach der Startnummer 1: Die Meister von 2025 kommen pünktlich zur Sommerpause so richtig in Fahrt. Michael Dedekind und Sandra Meier, die bei der GLP 2 aussetzen mussten und bei der GLP 3 Vierte wurden, wollen die Startnummer 1 auf ihrem BMW E46 GTR auch 2026 verteidigen. Mit Platz 2 sammelten sie fleißig Punkte.
• Die Sieger: Da haben die Meister von 2024 allerdings auch noch ein Wörtchen mitzureden – sie würden die „1“ im Jahr 2027 nämlich gerne wieder auf ihrem eigenen Auto sehen! Harald Ezaru Junior und Harald Ezaru Senior brannten auf ihrem BMW 330 Ci eine Fabelleistung in den Asphalt, sicherten sich den Klassensieg bei den Experts und durften zudem den GVA-Sonderpokal für die Gesamtsieger entgegennehmen. 🥇
📈 Ähnlich spannend machten es die Advanced
Musste das Team Derscheid im Opel Corsa A bei der GLP 2 noch einen der seltenen Ausfälle hinnehmen, reichte es bei der GLP 3 immerhin für Platz 8. Diesmal konnte Andrea Derscheid – wie gewohnt perfekt unterstützt von Ehemann und Nürburgring-Urgestein Rolf Derscheid – bei der Heimveranstaltung voll auftrumpfen, aufs imaginäre Treppchen fahren und den Pokal für Platz 3 bei den Advanced eintüten!
Eine echte Pechsträhne beenden konnte das Team auf Platz 2: Nachdem man bei den vergangenen Läufen leer ausging, ist der Knoten beim BMW 325i-Duo Stefan Schilling und Andreas Ross endlich geplatzt! Ein kleiner Patzer in der zweiten Bestätigungsrunde verhinderte zwar den ganz großen Wurf, ansonsten war der Auftritt mit einer Vielzahl von perfekten „Null-Runden“ eine absolute Demonstration ihres Könnens. Belohnt wurde die Gala mit einem starken 7. Platz im Gesamtklassement.
Als Tabellenführer angereist und als Tabellenführer abgereist – und das mit der maximalen Punkteausbeute: Henning Reistenbach und Adrien Rostaing-Capaillan holten auf ihrem BMW E46 den verdienten Sieg bei den Advanced und einen überragenden 6. Platz im Gesamtklassement. 💪
🚗 Auch die Rookies sorgten für Kuriositäten auf der Strecke
Ging man bei den epischen Wasserschlachten der Venntrophy noch mit Sabrinas „Börthe“ an den Start, hatte der grüne VW Golf des Teams Beeny’s Motorsport rund um Sabrina und Sascha Bienefeld diesmal Pause. Stattdessen schickte das Duo einen Ford Scorpio ins Rennen – ein Schlachtschiff, das man nun wirklich extrem selten auf der Nordschleife sieht. Der von einem legendären Cosworth-Motor befeuerte „Koffer“ wurde jedoch souverän über die Berg-und-Tal-Bahn bewegt und holte einen tollen 20. Platz in der Rookie-Klasse.
• Hohes Niveau: Mit 0,9 Strafpunkten sicherte sich das Team Dennis Schmidt und Uwe Waldecker auf dem Fiat Grande Punto bei der GLP 3 noch Platz 2. Diesmal stand nach dem Event exakt die gleiche Punktzahl auf dem Konto – doch in dem extrem dichten Feld reichte es diesmal „nur“ für Platz 3. Das Niveau bei den Neueinsteigern ist phänomenal!
• Starkes Comeback: Mussten Tobias Becker und Elias Zeh bei der GLP 3 noch ein Streichresultat verbuchen, schlugen sie diesmal eiskalt zurück. Ein großartiger 2. Platz in der Rookie-Wertung und Gesamtrang 13 ging an das Duo im BMW 325 Ti.
• Die Sieger: Spätestens seit der GLP 3 wissen Nico Gemmer und Fabian Karas auf ihrem Hyundai i30N ganz genau, wie süß Podiumsluft schmeckt. War es bei der Venntrophy noch der 3. Platz, hieß es dieses Mal im Ziel: Platz 1 bei den Rookies und ein genialer 9. Platz im Gesamtklassement! 🏆
🔋 Seriensieger bei der Green Challenge
Die Wertung der Green Challenge ging auch dieses Mal unangefochten an die Audi S e-tron-Mannschaft mit Dr. Michael Rischke und Heiko Nöll, die leider auch diesmal nur die einzigen Starter in der Klasse waren. In den Reihen der GLP-Organisation ist man jedoch sehr zuversichtlich, hier schon bald weitere umweltbewusste Starter im Feld begrüßen zu dürfen.




👥 Starker Zuwachs bei den Mannschaften
Erfreuliche Nachrichten gibt es auch aus der Mannschaftswertung: Hier zeichnet sich ein deutlicher Aufwärtstrend ab – insgesamt acht Teams nannten für die Wertung.
Den prestigeträchtigen Sieg sicherte sich das Team Nullrunde (Ezaru / Ezaru – Dedekind / Meier – Mellentin / Mellentin und Schlüter / Schlüter), obwohl das letztgenannte Mini-Team leider einen Ausfall verkraften musste und somit keine Punkte beisteuern konnte.
Auf Platz 2 folgten die Hot Hatches, die eindrucksvoll bewiesen, dass die schnellen heißen Kompaktkracher ganz nach vorne gehören (Glückwunsch an Göddertz / Suitter – Lux / Lux und Rodig / Rodig!).
Den 3. Platz auf dem Podium sicherte sich die Mannschaft des MSC Wahlscheid 1 mit den Paarungen Göbbels / Göbbels – Derscheid / Derscheid und Scholl / Röhrig.
Zum krönenden Abschluss der Siegerehrung wurde noch eine Vielzahl an Sonderpokalen ausgeschüttet, die großzügig von Steven Ostrowski (GVA) gespendet wurden.
Die Geehrten waren:
• Beste Dame Experts: Sandra Meier
• Beste Dame Advanced: Andrea Derscheid
• Beste Dame Rookie: Mathilda Kregelius
• Bester Fahrer Youngster: Tim Scheffel
• Beste Beifahrerin Youngster: Mira Lux
• Ladies Pokal: Petra Reuther
• Gentleman-Pokal: Kurt Bernards
• Jüngste Fahrerin: Sinja Reuter
• Gesamtsieger Rhein – Sieg: Harald Ezaru Junior und Harald Ezaru Senior
Die gesamte GLP-Organisation bedankt sich bei Steven Ostrowski für diese tolle Geste.
Im Fahrerlager munkelt man bereits, der Essener, der zurzeit bei der RCN – GLP pausiert, stehe kurz vor einem Comeback.
Auf Nachfrage erklärte Ostrowski. „Ich muß dieses Jahr noch mein neues Spielzeug auslüften.“
Mehr Informationen waren leider nicht zu bekommen, somit dürfen wir alle gespannt sein, mit welchem Sportgerät der symphytische Essener, wann und mit wem an seiner Seite wieder auf der Nordschleife zu sehen ist.
Damit verabschieden sich alle Teams und Helfer in die wohlverdiente Sommerpause, um im Spätsommer wieder mit frischen Kräften und voll aufgeladenen Akkus durchzustarten!
Am 05.09.2026 begrüßt uns alle Heike Laskowski und der AC Oberhausen zur Rhein-Ruhr auf dem Nürburgring☀️🏁


















