Am 30. Mai 2026 lud der MC Roetgen e.V. zur traditionsreichen Venntrophy auf die Nürburgring-Nordschleife. Die Aufgabenstellung für das hochkarätige Starterfeld bei diesem dritten Lauf der Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) war wie gewohnt anspruchsvoll: Zwölf Runden auf der legendären Nordschleifen-Variante mussten präzise gegen die Uhr absolviert werden. Nach einer hochsommerlichen Woche im Vorfeld sorgte ein radikaler Wetterumschwung für dramatische Bedingungen auf der Strecke.


Früh am Samstagmorgen schickte Rennleiter Jürgen Seidel noch 108 Teams bei trockenem Himmel auf die Reise. Doch kurz nach dem Start setzte sintflutartiger Regen ein, der die Taktik vieler Teams komplett über den Haufen warf. „Die Teilnehmer, die beim Start auf Semislicks gesetzt hatten, mussten sehr schnell feststellen, dass dies die falsche Reifenwahl war“, bilanzierte Rennleiter Seidel treffend bei der späteren Siegerehrung.
Die extrem schwierigen Streckenverhältnisse forderten ihren Tribut: Nur 71 Fahrzeuge schafften es letztlich in die Wertung. Größere Blechschäden blieben erfreulicherweise aus; die hohe Ausfallquote war primär auf das Verfehlen der Sollzeiten durch die widrigen Bedingungen zurückzuführen.
Experts: Das Mellentin-Duo wiederholt den Triumph
In der Spitzengruppe der Experts zeigten die Routiniers ihr ganzes Können. Nach ihrem Sieg bei der GLP 2 knüpften Falk und Monika Mellentin auf ihrem BMW 318ti nahtlos an ihre Performance an. Mit einer herausragenden Wertung von nur 1,4 Punkten sicherten sie sich erneut den Gesamt- und Gruppensieg. Das Mönchengladbacher Team, das unter der Flagge des DAMC05 fährt, untermauert damit klar seine Titelambitionen. Ein zusätzlicher Erfolg für das Team: Monika Mellentin gewann den von Steven Ostrowski (GVA) gestifteten Sonderpokal für die beste Dame im Expert-Feld.
Die amtierenden Meister von 2024, Harald Ezaru und Harald Ezaru Senior, bewiesen auf ihrem BMW 330Ci ebenfalls Konstanz und wiederholten mit 2,4 Punkten ihren zweiten Platz aus dem vorherigen Lauf. Das Podium komplettierten Tina und Rene Göbbels, die nach einer Pause bei der GLP 2 ein starkes Comeback feierten und ihren TRG-Motorsport VW Golf 1 mit 3,4 Punkten auf den dritten Gesamtrang steuerten. Rene waren diese Wetterbedingungen bereits bestens aus dem DHLM-Lauf bekannt, der im Rahmen des 24h-Rennens stattfand.
Glück im Unglück für das Golf-Duo: „So war das Wetter am Samstag. Und wir sind noch nie so froh gewesen, dass es genauso aussah. Ab der Hälfte machte sich die rechte Antriebswelle bemerkbar und unter trockenen Bedingungen hätten wir das Ziel mit Sicherheit nicht gesehen“, so Teamchef und Fahrer Rene Göbbels später auf Facebook.
Unsere amtierenden Meister, Michael Dedekind und Sandra Meier, die noch bei der GLP 2 pausiert hatten, waren ebenfalls wieder am Start. Mit Platz 4 bei den Experts hielt man sich vorerst aus dem Kampf um das Podium heraus – bei der GLP 4 werden die Karten neu gemischt.
Vielleicht dachte sich Michael auch (in Anspielung auf sein T-Shirt, auf dem der neue „Kult-Kombi“ vom 24h-Rennen prangte): „Was ’n das für ’n Kombi?“, als er den BMW E30 325i Touring von Michael Mittmann und Pia Grüninger vor sich hatte. Während beim 24h-Rennen ein einzelner bayerischer Kult-Touring reichte, um für Furore zu sorgen, hatten wir bei der GLP direkt zwei dieser „Koffer“ aus dem Hause BMW am Start: Stefan Mayer und Philipp Häfner bewegten die zivile Variante (BMW E36 320i Touring) und verkörperten perfekt den Spirit der GLP – dass man nämlich auch mit einem Auto Motorsport betreiben kann, mit dem man sonst seine Brötchen beim Bäcker abholt. Ein respektabler 10. Platz bei den Rookies war der Lohn. Mittmann / Grüninger kamen mit ihrem E30-Touring auf „Steroiden“ diesmal leider nicht in die Wertung.
Advanced: Neues Kräfteverhältnis im Mittelfeld
In der Advanced-Klasse wurden die Karten an diesem Wochenende völlig neu gemischt. Den Klassensieg holten sich Henning Reistenbach und Adrian Rostaing-Capaillan auf einem BMW E46 (11,9 Punkte), die sich nach Platz 2 beim letzten Lauf sichtlich verdient um eine Stufe nach oben verbesserten. Sie setzten sich in einem hauchdünnen Krimi gegen Ralph Petzold und Manuel Ahrens im Renault Clio durch, die mit 12,3 Punkten den zweiten Platz belegten. Rang 3 ging an Noah und Achim Servos, die auf ihrem Mitsubishi Colt (15,9 Punkte) die schwierigen Bedingungen ebenfalls stark meisterten.
Der älteste Teilnehmer der Veranstaltung, Heinrich Schneider, der sich das Cockpit des schnellen Fiat Abarth mit seinem Sohn Michael teilt und schon seit Jahren fester Bestandteil der GLP ist, hat endlich die richtigen Stellschrauben gefunden. Das Endresultat: Ein sehr starker 4. Rang in der Advanced-Klasse. Wir gratulieren herzlich und sind gespannt, was uns Heinrich in seinem zweiten Frühling noch so alles präsentiert! Zum Abschluss der Siegerehrung gab es für ihn zudem den GVA-Sonderpokal für den ältesten Teilnehmer – die Überraschung und Freude darüber war ihm sichtlich anzusehen.
Der GVA-Sonderpokal für die schnellste Dame in der Advanced-Klasse ging an Margarita Wunder im Audi S1. Margarita teilt sich das Cockpit mit Roland Herget, der bereits seit Jahrzehnten in der Slalomszene und bei Bergrennen aktiv ist.
Rookies: Vater-Tochter-Gespann glänzt im Gesamtklassement
Besonders beeindruckend präsentierten sich die Teams in der Rookie-Wertung. Allen voran Frank Kregelius und seine Tochter Mathilda: Auf ihrem BMW 130i wiederholten sie nicht nur ihren Klassensieg aus der GLP 2, sondern fuhren mit nur 3,4 Punkten auf einen sensationellen vierten Platz im Gesamtklassement vor!
Das eingespielte Vater-Tochter-Duo durfte am Ende des Tages stolze sieben Pokale entgegennehmen, wovon der Großteil auf das Konto der jungen Co-Pilotin ging (u.a. der GVA-Sonderpreis für die beste Rookie-Dame). So manch einer wäre froh, wenn er in seiner gesamten Motorsportkarriere so viele Trophäen mit nach Hause nehmen könnte, wie die junge Dame aus Kassel mithilfe von Papa Frank in dieser Saison bereits gesammelt hat.
Auf dem zweiten Platz der Rookies (Platz 11 gesamt) folgten Dennis Schmidt und Uwe Waldecker auf einem Fiat Grande Punto mit 12,8 Punkten, dicht gefolgt von Nico Gemmer und Fabian Karas, die ihren Hyundai i30 mit 13,1 Punkten auf den dritten Klassenrang (Platz 12 gesamt) steuerten.
Sonderwertungen & Ausblick
• Green Challenge (Alternative Antriebe): Hier setzten sich Dr. Michael Rischke und Heike Nöll auf einem Audi S e-tron erfolgreich durch.
• Mannschaftswertung: Es triumphierte das „Team Nullrunde“ vor der neu gegründeten Gruppierung „Hot Hatches“ und dem MSC Wahlscheid 1.
Lange Verschnaufpause gibt es nicht: Die nächste GLP findet bereits am 13.06.2026 statt, bevor es in die wohlverdiente Sommerpause geht.



















