Nur einen Tag, nachdem Max Verstappen seinen motorsportlichen Fußabdruck in der Eifel hinterlassen hatte und den 9. NLS Lauf bei seinem Debüt in der GT3 auf der Nordschleife zusammen mit seinem Teamkollegen Chris Lulham überlegen gewonnen hatte, tat eine gerade mal 16-jährige junge Frau es ihm gleich. Zwar startete sie nicht in der NLS, sondern in der RCN GLP. Und sie fuhr auch keinen Ferrari, sondern als Co-Pilot zusammen mit ihrem Vater in einem straßenzugelassenen Mini Cooper. Aber über ihren ersten Sieg hat sie sich mindestens so sehr gefreut wie der erfolgreiche niederländische Formel 1-Pilot. Dazu später mehr …




Schon bei der Fahrerbesprechung am frühen Sonntagmorgen machte GLP Fahrtleiter Jürgen Seidel die Teilnehmer auf die teilweise noch feuchte Strecke aufmerksam und empfahl den Fahrern die erste Runde als „Besichtigungsrunde“ zu nutzen und sich noch feuchte Stellen auf der Strecke einzuprägen. Nach der obligatorischen Einweisung in die Nutzung der Flaggensignale bat er die 92 Teams eindringlich doch mit Licht zu fahren. Der Nebel in den Eifeltälern schien stärker zu werden.
Pünktlich zur angedachten Startzeit hatten sich die Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen in zwei langen Reihen auf der Start/Ziel-Geraden versammelt. Doch der Start konnte noch nicht freigegeben werden, da die Sichtweite durch den Nebel auf etwa 30 Meter beschränkt war. Von den Sportwarten an der Strecke kam per Funk sogar die Meldung: „Hohe Acht – Sichtweite null“. Aus Gründen der Sicherheit war nun erst einmal Warten angesagt.
Es dauerte mehr als eine Stunde bis sich der Eifelnebel soweit gelichtet hatte, dass Jürgen Seidel den Start freigeben konnte. Mit dabei war auch wieder der schwarze Mini Cooper mit der Startnummer 99 von Andreas Lux und seiner Tochter Mira (Langenberg). Die sechzehnjährige Mira startet erst seit diesem Jahr in der GLP. Ermöglicht hat das die Reglementänderung zu Beginn der Saison, nach der nun auch Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr als Beifahrer und mit dem vollendeten 17. Lebensjahr sowie der Prüfbescheinigung „Begleitetes Fahren ab 17“ auch als Fahrer an den GLP Läufen teilnehmen dürfen.
Vater und Tochter Lux haben in diesem Jahr bereits zweimal den dritten Platz und einmal den zweiten Platz belegt. Entsprechend locker, aber auch gut vorbereitet und besonnen, gingen sie auch den sechsten Lauf, den „Erftquellenpreis“ der SFG Schönau im ADAC an. Zwei fehlerfreie „Nullrunden“ waren am Ende die Grundlage für den Erfolg. Mit lediglich 1,0 Punkten (0,1/0,2/0,0/0,1/0,6/0,0) sicherten sich Andreas und Mira Lux den ersten Platz in der Klasse der „Experts“. „Dabei haben wir nur versucht möglichst keine Fehler zu machen,“ erklärt Andreas vor der Siegerehrung. Derweil denkt Mira schon weiter: „Ich mache demnächst den Führerschein und dann…“.
Michael Dedekind und Sandra Meier (beide Landshut), die Sieger der vierten GLP hatten auch diesmal die Nase ganz weit vorn. Mit ihrem wie immer perfekt vorbereiteten BMW E46 M3 schafften auch sie zwei Nullrunden, mussten sich aber in der Addition der Fehlerpunkte mit 1,3 Punkten (0,1/0,0/0,5/0,3/0,4/0,0) hinter den verdienten Siegern einordnen.
Auf P3 ein weiteres Team mit einem „Youngster“ auf dem Beifahrersitz. Der im wahrsten Sinne des Wortes „erfahrene“ Steven Ostrowski bildet seit dem dritten GLP Lauf zusammen mit seinem sechzehnjährigen Sohn Niklas ein Team. Nach Anfangsschwierigkeiten beim dritten und vierten Lauf platzte der Knoten beim fünften Lauf: Platz 2 mit 2,2 Punkten. Aktuell konnten sich die beiden Essener noch verbessern. Im Ziel zeigte ihre Punktetabelle diesmal nur 1,7 Punkte (0,5/0,2/0,4/0,1/0,3/0,2) an.
Fahrtleiter Jürgen Seidel ist stolz auf die Erfolge der Youngster: „Für mich ein ganz tolles Ergebnis und es zeigt, dass der frische Wind einen neuen Schwung gebracht hat. Es dürfen gerne noch mehr Youngster kommen.“
In der Klasse „Advanced“ setzten Thomas Sartoris (Daun) und Marcel Junk (Monheim) einen neuen Maßstab. Mit ihrem BMW 325 ti schafften sie es alle sechs Bestätigungsrunden mit null Fehlerpunkten zu bewältigen. Das Ergebnis: Ein verdienter Klassensieg, der ein wenig an den Karnevalshit der Bläck Fööss erinnert. P2 ging mit 0,3 Punkten (0,0/0,2/0,0/0,1/0,0/0,0) an Stefan und Andrea Rodig (Rellingen, Toyota). Manuel Esser und Nils Coenen (beide Titz) im BMW 325i hatten ebenfalls 0,3 Punkte (0,0/0,2/0,1/0,0/0,0/0,0) wegen des Reglements wurden sie jedoch auf dem dritten Platz gewertet.
Auch an der Spitze der Rookie-Wertung lagen zwei Teams mit identischer Gesamtpunktzahl. Mehr noch, auch die Punktzahl in allen Bestätigungsrunden war absolut gleich. Das salomonische Urteil: Der erste Platz wurde zweimal vergeben. Die Rookie-Sieger des Erftquellenpreis“ heißen demnach Frank Kregelius und Melanie Clauder (beide Habichtswald) im BMW E82 sowie Henning Reistenbach (Siegburg) und Adrien Rostaing-Capaillan (LUX) im BMW E46. Der dritte Platz mit 1,3 Fehlerpunkten (0,3/0,4/0,3/0,3/0,0/0,0) ging an Tobias Schreiber (Steinau) und Marian Hensel (Luckaitztal) im Audi A3.
Das Team „Null Runde“ mit den Fahrerpaarungen Dedekind / Meier, Schlüter / Schlüter, Ezaru / Ezaru, Großelanghorst / Bollweg und Mellentin / Mellentin sicherte sich souverän mit 28,68 Punkten die Mannschaftswertung. Auf dem zweiten Platz folgte der DAMC 05 e.V. (Quack /Abrahams, Bienefeld / Bienefeld, Koch / Weiß und Gröner / Schüppenhauser) mit 17,03 Punkten vor dem Team AT-Esser Motorsport (Esser / Coenen, Esser / Pistel und Strehl / Krause) mit 16,04 Punkten.
Beim finalen GLP Lauf der Saison, der GLP Klingentrophy am 24.10.2025, haben die Teilnehmer eine letzte Chance noch weitere Punkte zu machen, um ihre Position in der Jahreswertung zu sicheren oder noch zu verbessern. Wegen dem in die Wertung einfließenden Streichresultat entscheidet sich vieles erst beim letzten Lauf.


















